Cosmographia [Hd 31X]
Die Cosmographia, eigentlich „Cosmographey. Oder beschreibung Aller Länder herrschafftenn und fürnembsten Stetten des gantzen Erdbodens sampt jhren Gelegenheiten, Eygenschafften, Religion, Gebreüchen, Geschichten vnnd Handthierungen…“ ist das Hauptwerk des Humanisten und Geographen Sebastian Münster.
Münsters 1545 erstmals erschienene „Beschreibung der Welt, mit allem was darinnen ist“ ist die erste wissenschaftliche und zugleich allgemeinverständliche Weltbeschreibung in deutscher Sprache und zählt, neben Hartmann von Schedels Weltchronik, zu den wichtigsten geographischen Werken des 16. Jahrhunderts.
Die Cosmographia, eigentlich „Cosmographey. Oder beschreibung Aller Länder herrschafftenn und fürnembsten Stetten des gantzen Erdbodens sampt jhren Gelegenheiten, Eygenschafften, Religion, Gebreüchen, Geschichten vnnd Handthierungen…“ ist das Hauptwerk des Humanisten und Geographen Sebastian Münster, dessen vom alten 100 DM-Schein vertrautes Porträt auch das Titelblatt ziert. Münster, geboren 1488 in Ingelheim am Rhein, studierte nach Eintritt in den Franziskanerorden Hebräisch und Geographie bei Gregor Reisch in Freiburg, später in Rouffach Griechisch, Hebräisch, Mathematik, Astronomie und Geographie bei Konrad Pellikan, nach seiner Priesterweihe lehrte er zunächst Theologie und Philosophie in Tübingen, dann Hebraistik an der Universität Heidelberg, bevor er zum Protestantismus konvertierte, heiratete und einem Ruf an die Universität Basel folgte, wo er bis zu seinem Tod an den Folgen der Pest 1552 lehrte.
Münsters 1545 erstmals erschienene „Beschreibung der Welt, mit allem was darinnen ist“ ist die erste wissenschaftliche und zugleich allgemeinverständliche Weltbeschreibung in deutscher Sprache und zählt, neben Hartmann Schedels Weltchronik, zu den wichtigsten geographischen Werken des 16. Jahrhunderts.
In diesem mit hunderten von Holzschnitten illustrierten Buch sammelte der Autor alles, was er während fast zwanzigjähriger Recherche aus Büchern oder Berichten zeitgenössischer Gelehrter über die Welt hatte in Erfahrung bringen können.
Obwohl sie den stolzen Preis von 12 Gulden kostete, was etwa 1000 Euro entspricht, war die Cosmographia ein gewaltiger Erfolg. Zwischen 1545 und 1628 wurde sie ständig revidiert und erweitert, die deutsche Fassung durchlief nicht weniger als 21 Auflagen, die 1550 erschienene lateinische Übersetzung immerhin fünf. Die Suso- Bibliothek besitzt Exemplare der Ausgaben von 1574 und von 1578.
Die Cosmographia vereint Geographie mit Geschichte und Geschichten. Neben ursprünglich 26 Karten, unter denen die detaillierten Deutschlandkarten und die für heutige Leser gewöhnungsbedürftige gesüdete Europakarte besonders bemerkenswert sind, und zahlreichen Stadtansichten finden sich darin z.T. kuriose und amüsante Beschreibungen von Ländern und Gegenden, Sitten und Gebräuchen und auch allerlei Monster und Fabelwesen. Da gibt es etwa Drachen oder Einhörner, die meist nicht nur beschrieben sondern auch abgebildet werden, eine ganze Doppelseite ist den- von Olaus Magnus entlehnten- Seeungeheuern gewidmet, von „Walen“ über gigantische Hummer bis hin zur Seeschlange sind alle sagenhaften Schrecken der Weltmeere vertreten, die in der Tiefe lauern und sowohl Schwimmer als auch ganze Schiffe verschlingen.
Während Europa, Asien und Afrika ausführlich abgehandelt werden, fällt die Beschreibung der „Neüwen Inseln, so hinder Hispanien gegen Orient bey dem Landt Indie ligen“ oder „Neuwen Welt“ in den früheren Ausgaben der Cosmographia sehr spärlich aus, obwohl Münster durch seine Mitarbeit an dem Novus orbis des Simon Grynäus viele der frühen Reiseberichte aus Amerika gekannt haben muss.
Neben Abbildungen der Städte Cuzco und Themistitan/Tenochtitlan, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit mittelalterlichen europäischen Städten haben, finden sich vor allem Beschreibungen der Einwohner, neben gewöhnlichen „nackend Leüt“ und Riesen leben hier kuriose menschliche Wesen mit Hundeköpfen oder solche, die statt eines Kopfes ihr Gesicht auf der Brust haben. Wie überall außerhalb Europas gibt es Menschenfresser, die Abbildung der ein eisernes Fleischerbeil schwingenden „Canibali- Leitfresser“ ist ein echtes Klischee, ein Druckstock der bei Münster an den verschiedensten Stellen wieder verwendet wird, ein weiterer Amerikanischer „Wilder“ in modischer europäischer Kleidung röstet sein Opfer an einem Bratspieß. Münster nimmt in seiner Beschreibung deutlich die Perspektive der Entdecker und Eroberer ein, die Gräueltaten der Conquistadores, über die ab Mitte des 16. Jahrhunderts durch Bartolomé de Las Casas ausführliche Berichte vorliegen, sind für den europäischen Leser offenbar weniger geeignet als schaurig-schöne Berichte über exotische Kannibalen.
Olaus Magnus, Historia de gentibus septentrionalibus/ Olaj Magnj historien, Der Mittnächtigen Länder… [Hb 62X]
Vor fast 500 Jahren beschrieb Olaus Magnus, letzter Titularbischof von Uppsala, als erster die unbekannte Welt Nordeuropas. Seiner legendären Carta Marina von 1539 ließ er 16 Jahre später eine 22-bändige, mit Holzschnitten reich illustrierte, Historia de gentibus septentrionalibus oder „Beschreibung der Völker des Nordens“ folgen, die einen Kommentarband zur Carta Marina darstellt. Mit ihren zahlreichen Illustrationen, lebensechten Anekdoten und phantastischen Geschichten ist die Historia heute wie damals lohnende und amüsante Lektüre.
Vor fast 500 Jahren beschrieb Olaus Magnus als erster die unbekannte Welt Nordeuropas. Olaus Magnus (1490-1557), eigentlich Olof Måsson, war ein katholischer Geistlicher, der seine Heimat Schweden verließ, als sie im Zuge der Reformation nach und nach protestantisch wurde und nach Danzig und später nach Rom ins Exil ging. Er wurde dort zum letzten Titularbischof von Uppsala ernannt, sollte allerdings nie nach Schweden zurückkehren. Magnus glaubte jedoch fest an die Rekatholisierung Schwedens und begann, als er feststellen musste dass der Hohe Norden in Rom wenig interessierte und fast vollständig unbekannt war, mit den Mitteln der Geographie dafür zu kämpfen. In jungen Jahren hatte er -als Gehilfe eines römischen Ablasshändlers- auf langen Reisen die abgelegenen Teile Schwedens und Norwegens erkundet und kannte sich daher bestens aus mit den Wegen, Flüssen und Städten seiner Heimat. Um die erworbenen Kenntnisse weiterzugeben und gleichzeitig auf die Bedeutung des nördlichen Europa für den rechten Glauben hinzuweisen, entwarf er in zwölfjähriger Arbeit eine große Karte, die zum ersten Mal verlässlich die Länder unter dem Polarkreis, die Meere und Inseln darstellte und an der sich alle großen Kartographen der Zeit, wie Gerhard Mercator, Abraham Ortelius oder Jakob Ziegler später orientierten.
Diese so genannte Carta Marina, die 1539 in Venedig gedruckt wurde, ist allerdings weit mehr als eine bloße Karte. Sie ist eine Enzyklopädie des gesamten damaligen Wissens über Skandinavien, voller Abbildungen der dort wohnenden Völker, ihrer Sitten und der historischen Begebenheiten, aber auch voller Seeungeheuer, Meerschlangen, Fabelwesen, und Naturwunder. Die legendäre Carta Marina war lange Zeit verschollen, so dass Zweifel an ihrer realen Existenz aufkamen, bis sie zufällig 1886 in der Hof- und Staatsbibliothek in München wieder auftauchte, heute sind weltweit zwei Exemplare bekannt.
16 Jahre später ließ Olaus Magnus seiner Karte eine 22-bändige mit Holzschnitten reich illustrierte Historia de gentibus septentrionalibus oder „Beschreibung der Völker des Nordens“ folgen, die einen Kommentarband zur Carta Marina darstellt. Diese fand in ganz Europa reißenden Absatz und wurde bald ins Deutsche, Französische, Italienische, Niederländische und ins Englische übersetzt. Die Suso-Bibliothek besitzt die leicht gekürzte deutsche Übersetzung der Historia von 1567, übersetzt von Johann Baptist Fickler, mit dem Titel Olaj Magnj historien, Der Mittnächtigen Länder: Von allerley Thun, Wesens, Condition, Sitten ... Warhafftige beschreibung, Deßgleichen auch von allerley ... Thieren ... / Auß selb eigner erfahrnuß ... beschryben durch ... Olavm Magnvm auß Gothien, die auch eine stark vereinfachte, aber der Carta Marina nachempfundene Faltkarte enthält, und eine lateinische Version von 1618.
Die „Beschreibung der Völker des Nordens“ machte Skandinavien zwar nicht wieder katholisch, informierte aber die gebildete Welt Europas erstmals umfassend über diese zuvor nur am Rande wahrgenommenen Länder. Mit ihren zahlreichen Illustrationen, lebensechten Anekdoten und phantastischen Geschichten ist die Historia heute wie damals lohnende und amüsante Lektüre.
So berichtet Olaus Magnus etwa von den klimatischen Bedingungen, insbesondere von den zwanzig Arten des Schnees und hält als erster unterschiedliche Formen von Schneekristallen im Bild fest. Auch auf die Verwendungsmöglichkeiten des Schnees geht er ein, von der Fortbewegung auf Skiern bis zu den Schneeballschlachten, die den Jugendlichen als Mutprobe und sportliche Ertüchtigung dienen. Dabei verteidigt eine Mannschaft ein selbstgebautes Schneebollwerk mit Schneebällen und bloßen Fäusten, während die andere es mit denselben Mitteln zu erobern versucht. Aber wehe dem, der Holzstückchen, Steine oder Eis in seine Schneebälle einbaut: er wird ausgezogen und ohne viel Federlesens ins eisige Wasser geworfen. Ähnlich raue Sitten sind, wie der Leser etwas später erfährt auch in der Seefahrt üblich, wo das über Bord werfen und Kielholen aufmüpfiger Matrosen noch zu den milderen Strafen zählt.
Einerseits weiß Magnus von Gespenstern und Waldfaunen, Hexen und Zauberern zu berichten, auch von Riesen und zahlreichen gefährlichen Meerungeheuern wie Riesensägefisch und Spritzwal, andererseits ist seine Beschreibung der nordischen Flora und Fauna die beste bis zu Linné.
Auch Naturwunder wie Strudel oder Vulkane auf Island, dem „Tor zur Hölle“, werden ausführlich beschrieben, ebenso wie Mythen und Geschichte –Magnus erwähnt z.B. nicht ohne Stolz, dass die Runenschrift älter sei als das lateinische Alphabet und die Stadt Rom- oder die Kriegsführung. Besonders liebevoll schildert er aber Sitten und Gebräuche und den Alltag der verschiedenen nordischen Völker, beispielsweise ihre Kleidung und Ernährung.
So erfahren wir von der Trunksucht mancher Skandinavier und ihrer Vorliebe für gut gekühlte Getränke: „Als dann ziehen […] die guten Schlucker [das Eis]…herfür/legen es in Weyn oder Bier/darvon das getrancks vast kül wirt/ aber keinen Schnee thun sie darein/ es sey was getrancks es wölle/ von wegen seiner ungeleuterten Zähe/ darin mader verborgen seind/ wie die Schaben in dem Tuch.“ Oder von den Nordischen Käsesorten, deren Herstellung, ebenso wie das Kochen und „Kinderbutzen“, reine Frauensache ist und die große Delikatessen sind, vielleicht mit Ausnahme der Norwegischen, denn „die Helsing und Nortweden/ halten die faulen und würmigen Käß für die besten/ und wann sie die inwendig außgenagen haben/ so wirt die rinden außwendig also hart wie ein gehärtet Läder/ das sie deren in dem Krieg anstatt eines Schilts gebrauchen.“
Wie diese kleinen Kostproben zeigen sollen, ist Olaus Magnus’ Historia nicht nur ein Muss für jeden Historiker und Skandinavienfreund, sondern ein sehr unterhaltsames Buch, besonders zu empfehlen ist auch die 2006 erschienene kommentierte Neuauflage von Elena Balzamo und Reinhard Kaiser, der ein großer Abdruck der Carta Marina beiliegt.
Geschichte der Suso-Bibliothek
Die Suso-Bibliothek ist die älteste Konstanzer Gymnasialbibliothek. Sie besteht bereits seit 1604 und ist ein fester Bestandteil unserer Schule.
Die Bibliothek unseres Gymnasiums blickt auf eine stolze, aufregende Geschichte zurück. Wir hoffen, Ihnen einen kleinen Überblick bieten zu können – über unsere Schätze, unsere Geschichte und nicht zuletzt ein paar Einblicke in unsere Bücher.
Einen Besuch der echten Bibliothek können diese Seiten natürlich nicht ersetzten!
16. – 18. Jahrhundert
Nach dem Tridentinum jahrzehntelangen Bemühungen der Konstanzer Bischöfe um die Gründung eines Priesterseminars für die Diözese Konstanz schienen in den achtziger Jahren des 16ten Jahrhunderts konkretere Formen anzunehmen, indem die Gesellschaft Jesu dafür vorgesehen wurde.
Diese Pläne veranlassten den Konstanzer Domherren und Generalvikar Theodorich Greiss (1589 gest.), einer zukünftigen Seminarbibliothek seine private Büchersammlung (circa 300, meist juristische Werke, darunter viele Widmungsexemplare) zu vermachen.
1604 wird das Jesuitenkolleg an Stelle des Priesterseminars gegründet. Es umfasst einen philosophischen Studiengang für die niederen Theologiesemester.
Das Gymnasium ist auf das Jesuitenkolleg und das Jesuitengymnasium zurückzuführen. Die Bibliothek diente vornehmlich als Grundlage für den Unterricht im Jesuitengymnasium und -lyzeum während der beiden folgenden Jahrhunderte.
Vielfältige Stiftungen und Hinterlassenschaften von geistlichen und weltlichen Stiftern der Region sowie die Anschaffungen der Jesuitenpatres ließen die Bibliothek im 17. und 18. Jahrhundert stetig wachsen. Bei der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 belief sich der Bestand auf 11511 Bände.
Für mehr Details: Gröber, Conrad. Geschichte des Jesuitenkollegs und -Gymnasiums in Konstanz. Konstanz: 1904.
Kaiserlich-Königliches-Akademisches Gymnasium Konstanz
Während der Zeit des anschließenden österreichischen Kaiserlich-Königlichen-Akademischen Gymnasiums Konstanz erlitt die Bibliothek durch die Ablösung und Vertreibung der Jesuitenpatres aus dem Schuldienst starke Verluste, wie der Vergleich des Bestandes mit dem des ältesten (handschriftlichen) Kataloges ausweist. Nur wenige, meist unterrichtliche Werke stammen aus der Zeit des Josephinismus. Dagegen hinterließ die Säkularisation der Konstanzer Klöster unter Joseph II. während der achtziger Jahre des 18. Jahrhunderts und im Gefolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 mit der Übernahme von Teilen der Bibliotheken der Kapuziner, Dominikaner, Minoriten und Augustiner der Bibliothek des 1806 Großherzoglich Badischen Lyzeums reichen Gewinn, besonders an Inkunabeln und Frühdrucken theologischen Inhalts.
Stiftungen des 19. Jahrhunderts
Am 19. Jahrhundert wurden die Bestände durch Anschaffungen und vereinzelte Schenkungen erheblich vermehrt, besonders aber durch drei große Stiftungen, vornehmlich mit altphilologischen Werken. Zu nennen sind die Stiftungen von Johann Leonhard Hug (17675 - 1846) mit 1160 Bänden, Direktor Joseph Nikolaus Schmeisser (1835 gest.) und Adalbert Maier (1811 - 1889). In den Jahren 1865 und 1893 wurde die Bibliothek neu katalogisiert.
Frühes 20. Jahrhundert
Der letzte von Otto Kunzer angelegte Katalog dient mit seiner Systematik bis heute der Inventarisierung von Neuanschaffungen und verzeichnet rund 9100 Titel. Bis 1925 kamen noch weitere 2100 Titel hinzu, so dass sich der Bestand an vor 1900 erschienen Titeln auf ca. 10300 belief. Dieser Katalog hatte aber auch den Effekt, dass Begehrlichkeiten (z.B. des Antiquariatshandels und der Universitätsbibliothek Heidelberg) geweckt und nach 1898 eine Anzahl kostbarer Werke verkauft wurden, darunter die Acta Sanctorum, 19 Bände der Monumenta Germaniae Historica, vorlutherische Bibelübersetzungen, Werke von Luther, illustrierte Frühdrucke und verschiedene Gesamtausgaben von Kirchenvätern (insgesamt rund 500 Titel) - mit Genehmigung des Oberschulrates in Karlsruhe.
Zuwachs durch den Schülerleseverein
Die Zuwächse bis 1925 sind in zwei gedruckten Nachträgen zum Kunzerschen Katalog vermerkt (die späteren nur handschriftlich in zwei Katalogexemplaren und in einer Kartei). Die alten Bücherbestände werden nur noch selten durch Schenkungen vermehrt, aber durch die Altbestände der Schülerbibliothek - hervorgegangen aus einem Schülerleseverein 1830 insbesondere bei den Klassikerausgaben des 18. Und 19. Jahrhunderts nicht unwesentlich bereichert.
Der "würdige Bibliothekssaal"
Zwischen 1607 und 1911 verblieb die Bibliothek im Querbau des Kolleg - und (nach 1773) Gymnasiumsgebäudes neben dem Konstanzer Münster. Nach Fertigstellung des Schulneubaus an der Neuhauser Straße (1911) gelangte sie an ihren heutigen Standort, den eigens für sie gebauten "würdigen Bibliothekssaal" mit seinen drei Stockwerken. Die Aufstellung erfolgte nach Folianten und Kleinformaten.
Nach dem 2. Weltkrieg
Als das Suso-Gymnasium nach dem Zweiten Weltkrieg französisches Lazarett war, kam es zu einigen Akten des Vandalismus in der Bibliothek. Ein französischer Leutnant, der den Wert der Bibliothek erkannte, ließ sie verschließen und rettete so den wertvollen Bestand. Die Reinigung der Bibliothek von nationalsozialistisch - militaristischem Schrifttum nach 1945 durch die französische Besatzungsmacht berührte den Altbestand kaum. Ca. 211 Titel des 20. Jahrhunderts wurden entfernt.
Gegenwart
Seit ihrer Gründung diente die Suso-Bibliothek als Lehrerbibliothek und wird ständig durch Anschaffungen ergänzt. Der moderne Teil der Bibliothek dient so den einzelnen Fachbereichen als Handbibliothek. Seit 1990 wurde der Bestand der Suso-Bibliothek durch die Universitätsbibliothek Konstanz erfasst und katalogisiert, die Recherche erfolgt über den Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB).
Literatur
- Hesse, Hans. "Bibliothek des Heinrich-Suso-Gymnasiums" in Kehr, Wolfgang (Hrsg.) Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland. Hildesheim- Zürich - New York: Olms-Weidmann,1994.
- Von Bohr, Helmut. "Die Lehrerbibliothek im Heinrich-Suso-Gymnasium und das Projekt der maschinenlesbaren Erfassung ihrer Bestände." in Bibliothek aktuell Heft 60 (August 1991).
- Von Bohr, Helmut. "Die Jesuitenbibliothek im Heinrich-Suso-Gymnasium in Konstanz" in Bibliothek aktuell Heft 70 (November 1997)
- Zeller, Ulrich (Text- u. Bildred.), Heinrich-Suso-Gymnasium, Konstanz (Hrsg.) 400 Jahre Suso-Bibliothek, 1604 – 2004. Bad Buchau: Federsee-Verlag, 2004.